Zugvögel zu Gast im Thalia Theater Hamburg

31. Januar 2020
Musiker Njamy Sitson aus Kamerun beim Zugvogelkonzert in Hamburg. Foto: run united

Mal laut, mal leise, mal trommelnd und dann wieder flötend: Die typischen Rufe unserer Wattenmeer-Zugvögel waren unlängst nicht vorm Deich, sondern mitten in Hamburg zu vernehmen! Am 27. Januar waren der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und sein musikalischer Partner Run United mit ihrer „Zugvogelmusik“ im Thalia Theater zu Gast. Das Theater hat seine diesjährigen Lessingtage unter das Motto „Um alles in der Welt – wem gehört die Welt?“ gestellt. Als einzigartiges Crossover zwischen Musik und Biologie, Mensch, Natur und Migration fügte sich die Zugvogelmusik perfekt in dieses Thema ein – und wurde dafür vom Auswärtigen Amt finanziert.

Genauso vielfältig wie die eingespielten Rufe der Vögel ertönte auch die Musik, die von internationalen Künstlern gespielt, gesungen, betanzt und gefeiert wurde und das Publikum verzauberte. Die Resonanz war großartig, mehr als 850 Menschen im Saal wippten, sangen, tanzten begeistert mit oder lauschten andächtig, und das Hamburger Abendblatt schrieb: „Die Zugvogelmusik ist als Kulturen verbindendes Konzept ein Geniestreich.“

Ähnlich wie bei den drei vorherigen Konzerten in Oldenburg und Emden „präsentierten“ acht Zugvögel, die von den Moderatoren des Abends Peter Südbeck (Nationalparkverwaltung) und Jochen Kühling (Run United) eingangs vorgestellt wurden, jeweils eine von acht Musikgruppen. Diese stammen alle aus Ländern entlang des Ostatlantischen Vogelzugwegs und haben sich zum Teil schon als fester Bestandteil der Zugvogelmusik eingenistet. Diesmal traten auf Leo Delest und der Verein Afrikanische Diaspora von der Côte d'Ivoire (präsentiert von der Zwergseeschwalbe), das estnische Duo Ruut (Trauerente), Mokhtar Mechai aus Marokko (Heringsmöwe), Laura La Risa y Compañía mit ihrem spanischen Flamenco (Löffler), die kongolesische Gruppe Wakassa (Sanderling), Ragga Gröndal aus Island (Schneeammer), Robert Lee Fardoe aus Wales (Großer Brachvogel) sowie der aus Kamerun stammende Njamy Sitson (Sandregenpfeifer). Beim großen Finale nach zweieinhalb Stunden musizierten dann alle Zugvögel zusammen.

Eingebettet in die Lessingtage wurden vor dem Konzert noch zwei anderthalbstündige Bildungsveranstaltungen für jeweils zwei Schulkassen aus der Hamburger Region durchgeführt. Für das „Experimentarium Wattenmeer“ entwickelten die Teams des Nationalpark-Hauses Neuwerk im hamburgischen Wattenmeer, des Wattenmeer-Besucherzentrums Cuxhaven und der Nationalparkverwaltung Wilhelmshaven verschiedene Forschungsstationen, an denen sich die Kinder der 5. und 6. Klassen ins Wattenmeer denken und fühlen konnten. Bei der Feedback-Runde am Ende zeigten sich die Kinder begeistert von den Experimenten und Vorführungen und erzählten stolz, was sie alles gelernt haben – zum Beispiel, dass Muscheln „doch gar nicht so uninteressant“ seien.

Hier eine kleine Fotogalerie vom Konzert.